Mammutbäume im Schönbuch

Bild
BildFoto: 2008-03-07

Standort

Dieser steht am Kayher Sträßle nahe bei der Kaiserlinde.

Position: Internetkarte

Dieser Baum stand lange Zeit von anderen Bäumen dicht umgeben, deshalb ist der Stamm weitgehend kahl. Er wurde erst in jüngerer Zeit (ca. 2007) freigestellt. An seinem Stamm ist die oben gezeigte Infotafel angebracht.

Geschichte

König Wilhelm I. von Württemberg hatte von den mächtigen Bäumen gehört und ließ Samen beschaffen (1 Pfund) und in den Gewächshäusern der Wilhelma in Stuttgart aussäen. 1868/69 (laut Infotafel, nach anderen Quellen 1865) wurden die Pflanzen an die Forstmeister der Staatswaldungen verteilt, mit der Anweisung die Bäumchen an möglichst verschiedenartigen Standorten auf verschiedenen Böden zu pflanzen.
Im Schönbuch gibt es darüber hinaus auch eine ganze Menge später angepflanzter Mammutbäume.

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Standort

Am Südhang des Schönbuchs am Schweinhag, auf einer freien Fläche etwas abseits der Straße von Hagelloch nach Schloss Hohenentringen.

Position: Internetkarte

Hier stehen auf einer Freifläche drei Mammutbäume. Diese standen wohl immer frei und zeigen deshalb eine andere, mehr kegelförmige Wuchsform. Ihr Stammdurchmesser (Umfang zwischen 4,10 m und 5,50 m) ist ähnlich den anderen 1868/69 gepflanzten Mammutbäumen im Schönbuch, sie sind jedoch bei weitem nicht so hoch.

Geschichte Fortsetzung

Bei der Pflanzaktion von 1868/69 sollen 5000 bis 6000 Bäumchen angepflanzt worden sein von denen heute noch etwa 275 Bäume, über ganz Württemberg verteilt, vorhanden sind. Ein recht bekannter davon steht auf dem Marktplatz in Freudenstadt. Viele der jungen Bäumchen sind aber wohl im kalten Winter 1879/80 erfroren. Daraus ist zu schließen, dass der Mammutbaum zumindest für das damals hier herrschende Klima nicht geeignet war.

Der Mammutbaum ist in einem recht eng begrenzten Gebiet der Sierra Nevada in Kalifornien beheimatet; das natürliche Verbreitungsgebiet ist nicht größer als der Naturpark Schönbuch. Dort entdeckte 1852 der Engländer Augustus Dowd den Mammutbaum. Heute sind auch frühere Berichte über diese Bäume bekannt die aber seinerzeit keine Publizität erlangten.


Standort

Auf dem Betzenberg am Dettenhäuser Weg.

Position: Internetkarte

Er soll fast 50 m hoch sein und ist damit der höchste Baum im Schönbuch.

Der Name

Im Jahr 1853 gelangte Samen und Präparate nach England worauf der englische Botaniker John Lindlay eine erste wissenschaftliche Beschreibung vornahm und den Namen Wellingtonia gigantea festlegte. Dieses ur-amerikanische Gewächs nach einem englischen General zu nennen, erschien den Amerikanern als eine postkoloniale Frechheit. Sie rächten sich indem der amerikanische Botaniker Winslow 1854 den Namen Washingtonia californica vergab. (Es gibt noch weitere Synonyme.) Dieses Problem blieb lange Zeit ungelöst bis der Biologe John Buchholz 1939 darlegte, dass diese und auch andere Bezeichnungen nach den geltenden wissenschaftlichen Namenskonventionen ungültig sind und den Namen Sequoiadendron giganteum vorschlug, welcher sich in der Folgezeit allgemein durchsetzte.

Standort

Diese drei stehen auch auf dem Betzenberg am Grillplatz beim Weißen Häusle.

Position: Internetkarte

Der deutsche Name

Die hier benutzte Bezeichnung Mammutbaum ist eigentlich ungenau, es gibt ja noch andere Arten von Mammutbäumen. Es handelt sich wie schon gesagt um Sequoiadendron giganteum; deutsche Namen dafür sind Riesenmammutbaum, Berg-Mammutbaum oder eben auch Wellingtonie. In der offiziellen Schönbuch-Karte sind verschiedene Standorte mit Wellingtonien ausgezeichnet.

Standort

Am Sohlweg.

Position: Internetkarte

Es gibt sogar eine Mammutbaumallee im Schönbuch … na schön, es ist nur eine halbe Allee, denn die Bäume stehen nur auf einer Seite des Weges.
Ich habe dort 21 Stämme gezählt mit Stammumfang von 2,30 m bis 3,40 m, die Bäume stammen also sicherlich nicht aus der Pflanzaktion von 1868/69 sondern wurden später gepflanzt. Wann und aus welchem Grund sie gepflanzt wurden, ist mir leider nicht bekannt.

Es gibt eine weitere noch wesentlich jüngere Pflanzung auf dem Steingart am Futterbuchenweg, nahe der Königlichen Jagdhütte. Dort habe ich 13 Bäume mit Stammumfang unter 2 m gefunden. Auch da kann ich nichts zu Pflanzzeit sagen.

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Start Stop

Standort

Am Steinigen Weg Ecke Schnapsallee, gegenüber vom Forstbetriebshof.

Position: Internetkarte

Dem ist wohl ein Unglück zugestoßen, wahrscheinlich ein Blitzschlag, das hat ihn seine Krone gekostet. Aber er hat nicht aufgegeben, er ließ sich einfach eine neue Krone wachsen. 15 Jahre nach dem Unglück ist es ihm nicht mehr anzusehen.

Bemerkungen

Die Stämme zeigen immer ihre schöne rötliche Farbe. Bewuchs mit Moos oder Pilzen gibt es nicht, lediglich in Bodennähe ist leichter Algenbewuchs zu erkennen. Auch Ihre charakteristische Krone finde ich sehr schön, wenn sie nicht gerade durch Unwetter zerstört wurde. Mammutbäume sind natürlich der Gefahr des Blitzschlags besonders ausgesetzt, weil sie alle anderen Bäume überragen.

Bemerkenswert ist die Holzmasse. Kein einheimischer Baum erreicht im Alter von 150 Jahren einen Stammumfang von mehr als drei Metern. So finde ich es erstaunlich, dass anscheinend nirgends in Europa ein ernsthafter Versuch der forstwirtschaftlichen Nutzung gemacht wurde. Das Holz soll sehr gut und dauerhaft sein und resistent gegen Termiten. Die letzte Eigenschaft ist hier aber wohl weniger gesucht.



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